Tagungsort des estnischen Vorsitzes - Kreativzentrum (Kultuurikatel)

Der Hauptveranstaltungsort für den estnischen Vorsitz im Rat der Europäischen Union ist das Tallinner Kreativzentrum (Kultuurikatel), ein multifunktionales Kreativ- und Kulturzentrum im Tallinner Stadtzentrum, einen Steinwurf von der Ostsee entfernt.

Das aufwendig renovierte Gebäude (in Englisch) hat eine faszinierende Vergangenheit und ist über die letzten Jahre zu einem beliebten Ort für Kulturveranstaltungen, Festivals, Konzerte und Ausstellungen geworden. Außerdem beherbergt das Gebäude eine Vielzahl an kreativen Firmen. Der Charakter des Kreativzentrums wird durch die Umgebung komplementiert - der gemütliche Garten bietet Platz für Veranstaltungen und lädt zum Entspannen im Sommer ein, während das Estnische Museum für Zeitgenössische Kunst(in Englisch), das Energieentdeckungszentrum (in Englisch) und die Linnahall, eine imposante Multifunktionshalle aus der Sovietzeit, die bald einer Generalüberholung unterzogen wird, für Abwechslung und Unterhaltung sorgen.  

Kultuurikatel
Kultuurikatel. Foto: Kaupo Kalda

Das Kreativzentrum Kultuurikatel befindet sich im Gebäude des früheren Elektrizitätswerks der Stadt Tallinn, welches seine Arbeit im Jahre 1913 aufnahm und 1979 beendete. Es war dieses Kraftwerk, das der breiteren Bevölkerung Zugang zu Elektrizität ermöglichte. Das Kalksteingebäude, in dem sich nun das Kreativzentrum befindet, diente damals als Kesselraum des alten Kraftwerks, welcher im Jahre 1934 fertiggestellt wurde.

Der Schornstein des Kraftwerks wurde im Jahre 1948 ausgebaut und war mit 102,5 Metern der größte seiner Art im Baltikum.

Der beeindruckende Kesselraum hat eine 16 Meter hohe Decke und beherbergt die gigantischen Boiler, die in den Jahren 1948 und 1949 eingebaut wurden. Jene wurden in Estland entworfen und hergestellt; sie waren vollends für die Nutzung vom hiesigen Ölschiefer ausgelegt. Der Ölschiefer hatte auch einen bleibenden Einfluss auf die Umgebung des Kreativzentrums. Da es damals keinen Platz gab, um die Asche des verbrannten Ölschiefers zu lagern, wurde sie am Strand abgeladen, wodurch sich die Küste stetig in Richtung Meer ausbreitete. Die oben erwähnte Linnahall steht nun auf diesem ehemaligen Aschefeld. Der Schornstein des Kraftwerks wurde im Jahre 1948 ausgebaut und war mit 102,5 Metern der größte seiner Art im Baltikum; dies war nötig, da das Kraftwerk ansonsten die Stadt in schwarzen Rauch gehüllt hätte.

Das Kraftwerk wurde am 2. Februar 1979 stillegelegt, wohingegen die Boiler bis in die frühen 1990er in Betrieb blieben.

Stalker (1979)
Stalker (1979)

Das kurioseste Detail in der Geschichte des Kreativzentrums ist jedoch mit Kultur verbunden; im Jahre 1977 hat der namhafte russische Regisseur Andrei Tarkovski einen Teil seines Films „Stalker“, ein Klassiker des Science-Fiction-Genres, hier gedreht. Die berühmte Szene in der die Protagonisten die Zone betreten wurde am Tor des Kreativzentrums gedreht. Die Buchstaben „UN“ - kurz für die Vereinten Nationen - wurden während des Filmdrehs an den Schornstein gemalt und sind noch immer sichtbar.

Veranstaltungsort

Tallinn Creative Hub (Kultuurikatel)

Põhja pst 27a, 10415 Tallinn, Estonia