Studie: Zwei Drittel aller Einwohner Estlands werten den estnischen Vorsitz im Rat der Europäischen Union als großen Erfolg

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  • 28.12.2017 09:12

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(Foto: Annika Haas / EU2017EE)

Die Studie „Wahrnehmung und Einstellung der Bevölkerung in Bezug auf den Themenbereich der Europäischen Union“ wurde von der Estnischen Staatskanzlei in Auftrag gegeben und von Rait Faktum & Ariko OÜ ausgeführt. Dieser Umfrage zufolge unterstützen 79% der Einwohner Estlands die estnische Mitgliedschaft in der Europäischen Union. Damit hat sich die Unterstützung im Vergleich zum Vorjahr um 2% erhöht.

„Die leicht angestiegene Unterstützung für die EU könnte man dem estnischen Vorsitz im Rat der Europäischen Union zuschreiben, da jener sehr erfolgreich war und das Medienecho größtenteils positiv ausgefallen ist“, so Kalev Petti, Forschungsleiter von Rait Faktum & Ariko.

Insgesamt haben 52% der Befragten bestätigt, dass sie sich über die Aktivitäten des estnischen Vorsitzes im Rat der Europäischen Union laufend informieren. 61% der Altersgruppe 60-74 Jahre und 60% der Menschen mit einem höheren Bildungsgrad erklärten, dass sie in Bezug auf den estnischen Vorsitz auf dem Laufenden sind.

Des Weiteren vertreten 61% der Bevölkerung die Meinung, dass der estnische Vorsitz erfolgreich war, während 15% ihn für misslungen halten. Ein Viertel der Befragten  hatte zu diesem Thema keine Meinung. Als Antwort auf die Frage, mit welchem Bereich sich der estnische Vorsitz besonders befasst hat, nannten ganze 56% mit den Entwicklungen im digitalen Bereich.

„Ich freue mich, dass die Menschen ihre Unterstützung für die Europäische Union ausdrücken und sich mit den Themen, die Europa beschäftigen, auseinandersetzen. Die Wahrnehmung estnischer Aktivitäten und Ziele hat sich dank des estnischen Vorsitzes auch verbessert; wir sind nun zuversichtlicher, dass die Menschen das Gefühl haben, dass ihre Meinung zählt“, so Klen Jäärats, Leiter für EU-Angelegenheiten in der Estnischen Staatskanzlei über die Umfrage.

Seit Estland im Jahr 2011 dem Euro beigetreten ist, hat sich die Unterstützung für diese Entscheidung stetig erhöht. Dieses Jahr sprachen sich 81% der Menschen für die Nutzung des Euros aus, während 15% sich dagegen aussprachen. Dieses Verhältnis hat sich über dieses Jahr nicht verändert. 

Immerhin 57% der estnischen Bevölkerung (Januar 2017: 56%) vertraten die Ansicht, dass Estlands Aktivitäten in der Europäischen Union erfolgreich waren, während 27% dem widersprechen. Die Verhältnisse ändern sich abhängig vom Alter, der Herkunft, der Staatsbürgerschaft und dem Einkommen der Zielgruppe. Insgesamt äußerten sich Menschen in den Altersgruppen 15-29 (65%) und 60-74 (64%) sowie Esten (65%) und Menschen mit überdurchschnittlichem Einkommen (mehr als 800 Euro monatlich pro Familienmitglied – 65%) positiv über Estlands Aktivitäten in der Europäischen Union.

Insgesamt 42% der Bevölkerung nannten als erst- oder zweitwichtigste Aufgabe für Estland, innerhalb der EU die Grundursachen der Migrationskrise zu lösen. Weitere 37% der Bevölkerung nannten die Einführung digitaler Unterschriften in ganz Europa als erst- oder zweitwichtigste Aufgabe für Estland. Besonders junge Menschen (53%) halten diese digitalen Unterschriften für wichtig und verbreitenswert. Insgesamt hat sich hier auch über die letzten Jahre ein positiver Trend entwickelt – so hatten Anfang des Jahres 2017 nur 11% die Ansicht geäußert, dass die Verbreitung digitaler Unterschriften in ganz Europa wichtig sei. 

Die Umfrage wurde in den Monaten November und Dezember 2017 unternommen. Insgesamt wurden 1027 estnische Einwohner zwischen 15 und 74 Jahren per Telefon befragt.