Selbstfahrende Busse zeigen die Zukunft der Technologie

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  • 29.07.2017 13:25

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Selbstfahrende Busse
Selbstfahrende Busse zeigen die Zukunft der Technologie. (Foto: Aron Urb/EU2017EE)

Heute, am 29. Juli, werden im Rahmen eines Pilotprojekts in Tallinn selbstfahrende Busse auf die Straße gebracht. Die Busse fahren an sechs Tagen der Woche zwischen der Mere puiestee und dem Tallinner Kreativzentrum (Kultuurikatel). Sie sind Teil des Programms des estnischen Vorsitzes im Rat der EU, der die Entwicklung von Technologie und ihrer Auswirkung auf die Gesellschaft als einen seiner Schwerpunkte gesetzt hat. Die Busse sind bis Ende August in Betrieb.

„Wenn es darum geht, das alltägliche Leben einfacher zu machen, können Menschen, Unternehmen und auch Staaten von der schnellen Entwicklung der Technologie profitieren. Zu wissen, wie man sich diese Technologie zu Nutze machen kann, wird in den kommenden Jahren eine Schlüsselfrage für Estland und Europa sein“, so Marten Kaevats, Berater für digitale Innovation in der Strategieabteilung der Estnischen Staatskanzlei, bei der Einführung der selbstfahrenden Busse.

„Noch vor 15 Jahren waren Smartphones, digitale Unterschriften, Elektroautos oder Selbstbedienungskassen in Supermärkten eine Art Science Fiction. Die Vorhersage von Technik-Gurus, dass Kinder, die heute geboren werden, keinen Führerschein mehr benötigen, erscheint mittlerweile gar nicht mehr so abwegig. Die selbstfahrenden Busse in Tallinn geben jedem die Möglichkeit, die Vorzüge der Technologie einmal selbst zu erleben“, fügt Kaevats hinzu.

Die Busse werden betrieben von Milrem, einem Entwickler unbemannter Fahrzeuge.

„Selbstfahrende Technologie besitzt ein großes Potential, um den öffentlichen Nahverkehr zu verbessern und dabei zu helfen, Gebiete mit geringer Bevölkerungsdichte besser und effizienter zu bedienen. Zudem können selbstfahrende Fahrzeuge dazu beitragen, die Straßensicherheit zu verbessern - 90% der Verkehrsunfälle entstehen durch menschliche Faktoren“, erklärt Gert D. Hankewitz, Exportdirektor von Milrem.

„Die selbstfahrende Technologie unterliegt schnellen Entwicklungen, wir betreiben die Buslinie in Tallinn als Teil eines Pilotprojekts. Für die Hersteller der Busse, uns als Betreiber und alle Passagiere ist es ein Lernprozess. Es gibt sicher noch Bedarf für Verbesserung, Entwicklung und Veränderung sowohl am Fahrprogramm als auch an den Bussen. Daher bitten wir die Öffentlichkeit um ihr Verständnis, wenn es aufgrund von Nachbesserungen zu Änderungen im Fahrplan kommt“ so Hankewitz. „Unsere Guides und Betreiber werden ihr Bestes geben, um die Fahrt zu einem angenehmen und erinnerungswürdigen Erlebnis zu machen.“

Rückmeldungen während des Projekts können weitere Tests und Weiterentwicklungen des Programms erfordern, wodurch der Fahrplan Änderungen unterliegen kann. „Sollten Sie also einmal nicht beide Busse auf der Strecke sehen, bedeutet das nicht, dass etwas falsch ist. Wir arbeiten nur gerade an Verbesserungen, um das Betreiben der Busse noch effizienter zu machen.“

„Cybersicherheit wird für alle Fahrzeuge immer wichtiger, denn in ihnen ist Software eingebaut, die Opfer von Angriffen werden kann. Für uns ist es daher sehr wichtig, dass so etwas nicht mit den selbstfahrenden Bussen passieren kann“, so Martin Ruubel von Guardtime zur Wichtigkeit der Cybersicherheit im heutigen Transportwesen.

Self-driving bus line opening in Tallinn

Die selbstfahrenden Busse wurden mit der Unterstützung des Transportunternehmens DSV von Frankreich nach Estland gebracht. Sie werden betrieben von Milrem, einem Entwickler unbemannter Fahrzeuge, der auch die Guides trainiert, welche die Technologie der Busse erklären, und für die Instandhaltung sowie den Betrieb der Busse verantwortlich ist. Die Cybersicherheit der Busse wurde von der Softwarefirma Guardtime konzipiert. Das Projekt ist konfinanziert von Tallink und Microsoft Estonia. Die Tallinner Verkehrsbehörde hat die Busstrecke zur Verfügung gestellt.

Wichtige Fakten zu den selbstfahrenden Bussen:

  • Die Busse sind zwischen der Mere puiestee und dem Tallinner Kreativzentrum (Kultuurikatel) unterwegs.
  • Die Fahrt ist für jeden kostenlos.
  • Die Busse sind bis Ende August in Betrieb.
  • Die Busse fahren von Montag bis Samstag von 8:30 bis 17:30 Uhr.
  • Es fahren immer zwei Busse gleichzeitig hintereinaner.
  • Jeder Bus kann bis zu acht Fahrgäste befördern. Einstieg ist barrierefrei und rollstuhlgerecht.
  • In jedem Bus wird auch ein Guide sein, der den Passagieren die selbstfahrende Technologie erklärt. Der Guide ist laut Straßenverkehrsordnung vorgeschrieben.
  • Alle üblichen Straßenverkehrsordnungen gelten auch für die Busse, daher ist Essen und Trinken an Bord nicht erlaubt.
  • Das Pilotprojekt kostet rund 100.000 €, zwei Drittel davon werden von Partnern des Privatsektors getragen.

Straßenkarte